Neue Geschäftsmodelle für Bildungsanbieter

Der Bildungsbereich ist ein Spiegelbild der Lebens- und Arbeitswelt.

Interview | Frau Verena Nopper | Baden-Württembergischer Genossenschaftsverband e.V.

Wenn die Mitarbeiter auf ihre zukünftigen Herausforderungen vorbereitet werden sollen, dann müssen Lernformen, Kommunikationsmöglichkeiten und Medien dem aktuellen Umfeld entsprechen, im besten Fall sogar die Zukunft in diesem Bereich vorwegnehmen. Daraus ergibt sich zwingend, dass auch die Bildung digitalisiert werden muss.

Die Herausforderung in der Konzipierung zukunftsorientierter Geschäftsmodelle der Bildung besteht folglich darin, den Lernern einen Ermöglichungsrahmen zu bieten, damit sie ihre Kompetenzen selbstorganisiert, in einem kommunikativen Prozess mit Lernpartnern (Netzwerk), aufbauen können. Dabei gehört es zum notwendigen Design eines Entwicklungsprozesses, dass verschiedene Formen des kollaborativen Lernens ermöglicht werden. Darunter verstehen wir Lernen im Rahmen realer Herausforderungen, das auf langfristige, gemeinsame Lernprozesse sowie zusammen vereinbarte Ziele zielt.

Bei der Entwicklung eines innovativen Geschäftsmodells sind insbesondere folgende Fragen in einem gemeinsamen Prozess zu bearbeiten:

  • Welche Ziele leiten sich aus der Unternehmensstrategie für das Lernsystem ab?
  • Welche Konsequenzen hat der gemeinsame Werterahmen für das Lernen der Mitarbeiter 
und Führungskräfte?
  • Wie soll das Kompetenzmanagement zukünftig im Unternehmen grundsätzlich gestaltet sein?
  • An welchem Kompetenzmodell soll sich die betriebliche Bildungsarbeit orientieren?
  • Welche Kompetenzprofile sollen zukünftig die Leitlinie der individuellen Lernprozesse 
sein?
  • Wie soll der Prozess zur Herleitung und zur Festlegung der Qualifikations- und Kompetenzziele ablaufen?
  • Welche relevanten Themen bzw. Projekte und Herausforderungen in der Praxis sind zu bearbeiten bzw. zu lösen, um die Entwicklung der Handlungsfähigkeit zu ermöglichen?
  • Wie soll der gemeinsame Ermöglichungsrahmen gestaltet werden, der die zukünftige selbstorganisierte Entwicklung der Handlugnsfähigkeit im Unternehmen ermöglicht?
  • Welche Lernformen und – orte werden zukünftig im Vordergrund stehen?
  • Welche Sozialformen – vom Einzellernen bis zum kollaborativen Arbeiten und Lernen im Netz – werden ermöglicht?
  • Welche Medien werden für die Information, den Wissensaufbau, die Qualifikation und die Entwicklung der Handlungsfähigkeit im Netz genutzt? 

  • Welche Lern-Infrastruktur (Soziale Lernplattform) ist dafür erforderlich? 

  • Wie verändern sich die Rollen der Beteiligten? 

  • Welche Prozesse sind im Unternehmen erforderlich, um den Transfer des neuen Lernsystems ins Unternehmen und die Entwicklung der Rollen aller Beteiligten zu initiieren und zu ermöglichen? 

  • Wie wird der neue Lernansatz im Unternehmen kommuniziert? 

  • Welche möglichen Widerstände sind zu überwinden? 

  • Welche personellen und finanziellen Ressourcen ist das Unternehmen bereit zu investieren? 

  • Welche Kompetenzen müssen im Bereich der Personalentwicklung bzw. des Kompetenzmanagements und der Führungskräfte aufgebaut werden, um diese Lernprozesse zu ermöglichen und zu begleiten? 

  • Welche Anwendungsfelder und Pilotprojekte sind besonders geeignet? 

  • Wie kann der Lernerfolg bewertet werden? 

  • Wie sieht das Evaluierungskonzept aus? 

Kompetenzentwicklung der Bildungsexperten im „Doppel-Decker“

Im Rahmen des „pädagogischen Doppel-Deckerprinzips“ erleben Personalentwickler, Bildungsplaner und Trainer (Learning Professionals) eine Blended und Social Learning Maßnahme mit dem Lernbegleiter Prof. Dr. Sauter zum Thema Blended und Social Learning als Lerner, gleichzeitig nutzen die Teilnehmenden ihr neues Erfahrungswissen zur Planung ihrer vereinbarten Projekte. Deshalb entwickeln sie in diesem Rahmen ihre eigene didaktisch-methodische Konzeption für ein Bildungsprojekt, das sie anschließen in der Praxis umsetzen.

Diese Vorgehensweise gibt ihnen die erforderlichen Hilfen, um Ihre Kompetenzen direkt aus und in der Praxis, in realen Herausforderungen, laufend weiter zu entwickeln. Durch die Einbindung in Netzwerke gewinnen sie an Sicherheit. Es entstehen neue, selbst entwickelte Lernkonzeptionen, die anschließend durch die Teilnehmer umgesetzt werden können. Gleichzeitig entwickelt sich eine Lernkultur, die die notwendige Voraussetzungen für den Umsetzungserfolg schafft.

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