Kompetenzlernen

Kompetenzen sind Fähigkeiten von Handelnden, sich in offenen und unüberschaubaren komplexen und dynamischen Situationen selbst organisiert zu Recht zu finden (Selbstorganisationsdispositionen). Kompetenzen können nicht vermittelt werden. Man kann sie nur selbst – in neuartigen, offenen und realen Problemsituationen kreativ handelnd – erwerben. Es wird eine „Ermöglichungsdidaktik“ benötigt, die für diese Lernprozesse die Rahmenbedingungen schafft, sie initiiert und begleitet.

Es gibt keine Kompetenzen ohne Fertigkeiten, ohne Wissen, ohne Qualifikationen. Aber Fertigkeiten, Wissen, Qualifikationen „sind“ keine Kompetenzen, sondern nur Grundbestandteile davon. Sonst gäbe es nicht so viele hochqualifizierte Inkompetente. Kompetenzen ermöglichen es uns, auch dann zu handeln, wenn wir nur unvollkommenes oder gar kein Wissen haben. Voraussetzung dafür sind Regeln, Werte und Normen. Sie wirken als „Ordner“ unserer sozialen Selbstorganisation und regulieren unser soziales Handeln.

Die Integration von realen Problemstellungen aus der Praxis oder in Projekten ist der Schlüssel zu Kompetenz-Lernprozessen, die tatsächlich individuelle Kompetenzentwicklung ermöglichen. Solche Lernprozesse basieren auf dem Austausch des Erfahrungswissens in den Netzwerken der Lerner. Lernen wird damit zu einem Prozess der Netzwerkbildung. Dafür sind veränderte Strukturen und Rahmenbedingungen im Bildungsbereich erforderlich.

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